Schwangerschaftsbegleitung

Die Zeit der Schwangerschaft ist eine spannende und erwartungsvolle Zeit mit viel Freude und intensiven Erfahrungen. Es ist ein ganz besonderes Ereignis in Ihrem Leben und ein Wunder, das uns jedes Mal aufs Neue mit höchstem Respekt erfüllt. Es kommen viele neue Dinge auf Sie zu, und es stellen sich viele Fragen zu der Entwicklung Ihres Kindes. Mit diesem Verständnis begleiten wir Sie durch diese wichtige Lebensphase. Sanfte, natürliche Medizin ist dabei unser Leitmotiv. Wir wollen den Zauber, der diesen Monaten innewohnt, nicht oder nur so wenig wie möglich stören.

Gleichzeitig sind wir aber durchaus in der Lage, wo immer dies geboten erscheint, das gesamte Spektrum moderner High-Tech-Medizin aufzublättern.

 

Mit dem modernen CTG-Gerät können wir die Herztöne des ungeborenen Kindes abhören und unser Ultraschall-Gerät ist für zwei- und dreidimensionale Darstellungen ausgerichtet. Auf Wunsch brennen wir 3D/4D-Filme auf CD. Darüber hinaus bieten wir immer in enger Absprache mit Ihnen alle Untersuchungen, die zu einer normalen Schwangerschafts-Vorsorge gehören.

Gibt es Probleme im Wochenbett oder mit dem Stillen, finden Sie bei uns jederzeit ein offenes Ohr und hilfreiche Tipps und Tricks. Wir wollen, dass Sie das Wunder des neugeborenen Lebens zufrieden und entspannt genießen können.


 

Individuelle Gesundheitsleistungen bei der Schwangerschaftsvorsorge

Jede Schwangerschaft ist, genauso wie das sich entwickelnde Kind: einmalig.

Die gesetzlich vorgegebenen Mutterschaftsrichtlinien bieten Ihnen ein breites Angebot für medizinisch notwendige Leistungen. Dieses Vorsorgeprogramm nützt Ihnen und Ihrem Baby allerdings nur dann, wenn Sie es regelmäßig in Anspruch nehmen. Kontinuierliche Untersuchungen sind die Voraussetzung dafür, Schwangerschaftsrisiken so schnell wie möglich zu erkennen und zu behandeln.

Darüber hinaus können jedoch weitere Untersuchungen und Maßnahmen sinnvoll und wünschenswert sein. Dadurch können wir Ihrem verständlichen Bedürfnis nach höchstmöglicher Sicherheit nachkommen.

Nutzen Sie deshalb das erweiterte Spektrum von Zusatzleistungen* und bestimmen Sie selbst, was Ihnen wichtig erscheint:

 

  • Zusätzlicher Ultraschall in der Schwangerschaft (12. bis 41. SSW)

    Kaum eine andere medizinische Methode ist in ihrer Wirkung so gründlich untersucht, wie der geburtshilfliche Ultraschall („evidence based medicine“).

    Nach Aussage weltweit führender Sonographieexperten besteht ein eindeutiger Zusammenhang zwischen einer höheren Anzahl von Ultraschalluntersuchungen und dem positiven Ausgang der Schwangerschaft. Außerdem ist die Sonographie eine beliebte Methode für werdende Eltern, sich vom Wohlbefinden und dem Wachstum des Kindes zu überzeugen („Baby-Fernsehen“) und schon vor der Geburt eine intensive Bindung zum Kind aufzubauen.

    Während der normal verlaufenden Schwangerschaft sind laut den Mutterschaftsrichtlinien nur 3 Ultraschalluntersuchungen vorgesehen.
  • 3-4D-Ultraschall

    4D-Ultraschall ist eine Methode, das Kind im Mutterleib plastisch (dreidimensional) zu sehen. Durch diese neue Technologie können bei günstigen Bedingungen Bilder des ungeborenen Lebens dreidimensional dar gestellt werden. So können die Eltern ihren Nachwuchs im Mutterleib in plastischen Bildern erleben. Der 4D-Ultraschall kann helfen, durch eigene konkrete Wahrnehmung die Schwangerschaft sorgenfreier zu durchleben.

    Das Gesicht sowie der Körperbau des Kindes sind auch für „ultraschallungeübte Betrachter“ dreidimensional gut wahrnehmbar. Oberflächendarstellungen geben ein unverkennbaren Eindruck von Augen, Nase, Ohren und Mund sowie Armen und Beinen, Händen und Füßen, Fingern und Zehen.
  • Toxoplasmose-Screening

    Die Toxoplasmose ist eine Infektionskrankheit, die durch den Erreger „Toxoplasma gondii“ von der Mutter auf das ungeborene Kind übertragen werden kann. Eine Infektion erfolgt hauptsächlich durch Katzenkontakt (Katzenkot) oder durch den Genuss von rohem Fleisch (Mett oder Tatar, Schinken, Salami) oder nicht durchgebratenem Fleisch sowie ungewaschenem Obst, Gemüse und Salat.

    In Deutschland haben ca. 45-50 % der Frauen im gebärfähigen Alter diese Erkrankung unbemerkt durchgemacht und sind daher geschützt. Bei einer Erstinfektion in der Schwangerschaft können schwere Missbildungen mit Gehirnschäden und Erblindung beim Ungeborenen entstehen. Durch eine Blutentnahme zu Beginn der Schwangerschaft können wir frühzeitig feststellen, ob bereits Antikörper (Abwehrstoffe) gegen Toxoplasmose gebildet wurden. Bei fehlender Immunabwehr sollten weitere Kontrolluntersuchungen folgen.
  • Cytomegalie-Virus

    Die Cytomegalievirusinfektion ist die häufigste Infektion in der Schwangerschaft. Bei 1 bis 4 % der schwangeren Frauen kommt es zu einer Erstinfektion und damit zu einer Vermehrung der Erreger im Blut. Ca. 10 % der betroffenen Kinder zeigen bei der Geburt oder später Infektionssymptome.

    Bei 10 bis 15 % der Kinder kommt es zu Spätschäden wie Verkalkungen des Gehirns, einer Entzündung der Netzhaut oder Taubheit. Die Blutuntersuchung sollte in der Schwangerschaft erfolgen. Falls dann keine Antikörper nachweisbar sind, wird eine weitere Kontrolluntersuchung in der 20. bis 40. Schwangerschaftswoche empfohlen.
  • B-Streptokokken-Abstrich (35. bis 37. SSW)

    B-Streptokokken sind Bakterien, die unter anderem im Darm- und Urogenitaltrakt des Menschen vorkommen können. Eine Besiedlung der Vagina mit B-Streptokokken findet sich bei 10 bis 15 % aller Frauen. Bei infizierten Schwangeren besteht das Risiko vor allem darin, dass Neu- und insbesondere Frühgeborene während der Passage des Geburtskanals durch dort vorkom mende Erreger infiziert werden können. B-Streptokokken sind eine häufige Ursache für schwere lebensbedrohliche Infektionen bei Neugeborenen.

    Von verschiedenen Fachgremien wird ein Screening der Schwangeren zwischen der 35. und 37. SSW empfohlen. Bei positivem Testergebnis ist es möglich, eine wirksame Antibiotika-Therapie vor oder während der Geburt durchzuführen.
  • Blutzucker-Belastungstest (24. bis 28. SSW)

    Ungefähr 5 % aller Schwangeren leiden an einem Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes), d. h., von ca. 100 Schwangeren müssen ca. 5 Frauen wegen eines Schwangerschaftsdiabetes behandelt werden.

    Ein Schwangerschaftsdiabetes bedeutet ein erhöhtes Risiko für Mutter und Kind. Beim Kind besteht eine erhöhte Rate an Fehlbildungen, unnatürlich hohem Geburtsgewicht, nach der Geburt Atemnotsyndrom sowie Unterzuckerung mit nachfolgenden Hirnschäden. Durch Plazentainsuffizienz kann es zu einer 3-fach höheren Frühsterblichkeit kommen. Der „Gestationsdiabetes“ ist die dritthäufigste Ursache für einen intrauterinen Fruchttod. Bei der Mutter besteht eine erhöhte Neigung zu Fehlgeburten, erhöhter Fruchtwassermenge, erhöhtem Blutdruck, Harnwegs- und Pilzinfektionen sowie EPH-Gestose (Schwangerschaftsvergiftung). Durch diese Komplikationen kommt es zu einer 8-fach höheren Totgeburtenrate.

    Der Schwangerschaftsdiabetes macht zunächst keine Symptome und kann mit einfachen Tests wie Urinzucker- oder Blutzuckerbestimmung nicht erfasst werden. Zur Feststellung eines Schwangerschaftsdiabetes eignet sich lediglich ein sogenannter Blutzuckerbelastungstest. Die Durchführung eines Blutzuckerbelastungstests zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche ist aus ärztlicher Sicht zu empfehlen. Hier können spezielle Formen des Schwangerschaftsdiabetes (d. h. kein Nachweis von Zucker im Urin) frühzeitig entdeckt und Gegenmaßnahmen eingeleitet werden.
  • Ersttrimester-Screening

    Eine seltene, doch für Sie und Ihr Kind schwerwiegende Erkrankung ist die sogenannte Trisomie 21 (auch als Down-Syndrom oder Mongolismus bekannt). Das Risiko, ein Kind mit einer Trisomie 21 zu bekommen, steigt mit dem Alter der Mutter an. Bei einer 37 jährigen Schwangeren tritt statistisch gesehen in jeder 250. Schwangerschaft ein Fall einer Trisomie 21 auf.

    Eine Fruchtwasser-Punktion oder Chorionzottenbiopsie mit einer anschließenden Untersuchung der Chromosomen Ihres Kindes ist bislang die einzige Möglichkeit, die den sicheren Nachweis einer Trisomie 21 ermöglicht. Diese Punktion ist jedoch mit einem —wenn auch geringen — Risiko verbunden, dass es zu einer Fehlgeburt kommt, oder ein gesundes Kind geschädigt wird.

    Damit nur Frauen mit einem erhöhten Risiko eine solche Fruchtwasser-Punktion erhalten, kann seit vielen Jahren eine Blutuntersuchung in der 15.-21. Schwangerschaftswoche durchgeführt werden (Triple- oder Double-Test), mit welcher ca. zwei von drei Trisomie-21- Schwangerschaften erkannt werden (65-70%).

    Seit Mitte der 90er Jahre ist es zwischen der 10. Schwangerschaftswoche (ab 10+3) und der 13. Schwangerschaftswoche (bis 13+6) möglich, durch eine Ultraschallmessung der Nackentransparenz (auch Nackenoedem) des Feten und einer zusätzlichen Blutabnahme (Bestimmung von ß-HCG und PAPP-A) knapp 9 von 10 Trisomie-21-Kinder zu erkennen (85-90 %). Die Ergebnisse der Blutuntersuchung werden zusammen mit der im Ultraschall gemessenen Nackentransparenz in ein Computerprogramm eingegeben, das zusammen mit Ihren persönlichen Daten (Alter, Gewicht etc.) die Wahrscheinlichkeit berechnet, mit der Ihr Kind eine Trisomie 21 hat.

    Weitere Gründe für eine verbreiterte NT können auch Herzfehler, Zwerchfell-/Narbenbruch, Skelett- oder Stoffwechseldefekte sein. Mitunter liegt kein besonderer Grund vor, und die weitere Schwangerschaft verläuft ohne Komplikationen. Wir werden mit Ihnen (bzw. zusammen mit Ihrem Partner) besprechen, ab welchem Risiko in Ihrem persönlichen Fall eine weiterführende Untersuchung sinnvoll erscheint und ob diese nach dem Ergebnis des oben genannten Tests für Sie zu empfehlen ist.

* Da diese Untersuchungen nicht Bestandteil der gesetzlichen Mutterschaftsvorsorge sind, erfolgt keine Kostenübernahme durch Ihre Krankenkasse.